Ungewollt Schwanger

Die richtige Verhütungsmethode zu finden ist gar nicht so einfach, immerhin erfordern viele Methoden eine gewisse Zuverlässigkeit. Als junger Mensch macht man sich in Sachen Verhütung vielleicht nicht allzu viele Gedanken. Man lebt von Tag zu Tag und hofft, dass schon nichts Schlimmes passieren wird. Ich denke heute geht es vielen Jugendlichen so, obwohl in Sachen Aufklärung heute viele Möglichkeiten offen stehen. In der Schule und manchmal sogar schon im Kindergarten beginnt die Aufklärung beider Geschlechter. Auch was Verhütungsmethoden angeht leben wir in einem Zeitalter, in dem kaum noch jemand Scham empfinden muss, wenn man Fragen stellt.

Die beste Verhütungsmethode gegen ungewollte Schwangerschaft ist immer noch die Pille. Je nach Alter und Umstände werden verschiedene Hormonpräparate verschrieben. Viele Faktoren spielen bei der Wahl der richtigen Pille eine Rolle. Das Gewicht, die Größe, der Konsum von Alkohol und Zigaretten, der Livestyle und auch die persönliche Eignung eine Pille korrekt einzunehmen. Einige werden jetzt lachen, aber tatsächlich ist nicht jeder in der Lage dazu, täglich die Pille zu nehmen und exakt 7 Tage Pause einzuhalten.

Die Pille

Wer sich also die Pille holen will, der sollte ehrlich sein, ehrlich zu sich selbst und ehrlich zu seinem Frauenarzt. Wer das mit der Pillenpause nicht hinbekommt, der kann eine durchgehende Pille nehmen. Wer raucht oder stark übergewichtig ist, der sollte eine höher dosierte Pille einnehmen.

Was viele junge Menschen nicht wissen oder glauben wollen ist, dass bereits am nächsten Tag nach Vergessen der Einnahme, die Wirkung nicht mehr garantiert ist und man Schwanger werden kann. Kommt Alkoholgenuss und übermäßiger Zigarettenkonsum hinzu, so hat der Körper ganz schön mit sich zu kämpfen. Der Hormonhaushalt spielt verrückt und die Verhütung ist nicht mehr wirklich gesichert.

Selbstverständlich macht man sich an dieser Stelle keine Gedanken über eine mögliche Schwangerschaft. Man nimmt die Pille einfach nach und gut ist es. Vor einiger Zeit war sogar die Pille danach nur über den Frauenarzt zu bekommen und konnte nicht schnell aus der Apotheke geholt werden. Am Wochenende definitiv ein Problem. Aber es wird schon nichts passieren, wegen einem Mal, wegen einmal vergessen und wegen einmal zu viel getrunken. Schließlich hat man sich ja nicht übergeben und auch sonst fühlt man sich nicht-Schwanger.

Schwanger und was nun?

Und so vergehen die Wochen der Ungewissheit und ehrlich gesagt vergaß ich den Vorfall. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass es sicherlich Frauen gibt, die sofort am nächsten Tag ihre Schwangerschaft merken. Viele andere junge Frauen bemerken eine Schwangerschaft jedoch nicht. Und der Fötus kann auch dann überleben, wenn man während einer Schwangerschaft die Pille nimmt, einfach weil man nichts davon weiß und immer noch davon ausgeht, dass am damaligen Tag schon nichts passiert ist.

Und dann war da dieser Tag, der zweite Tag des dritten Monats. Man wartete morgens gemütlich auf seine Bahn am Bahnhof und möchte sich aus Gewohnheit eine Zigarette anzünden. Einfach weil man es immer so machte. Und plötzlich fällt einem auf, dass die Zigarette nicht mehr schmeckt. Igitt, sie war so ekelig und der Geschmack im Mund war total komisch. Schon der Kaffee heute Morgen stank und schmeckte nicht mehr, was man zunächst noch auf die Bäckerei schieben konnte. Und irgendwie ist mir doch ein wenig flau im Magen.

Ein Besuch beim Frauenarzt

Der Besuch beim Frauenarzt bestätigt die Schwangerschaft und einige Frauen trifft es wie ein Schlag wenn sie davon erfahren. Vor allem wenn sie zum ersten Mal davon erfahren, wenn sie sich noch so gar keine Gedanken um Babys gemacht hatten. Soll ich es behalten oder nicht, – nein, ich glaube nicht! Was könnte ich dem Kind jetzt schon bieten?

Nachdem die Frauenärztin mir die Frage gar nicht stellte und mir stattdessen einen Mutterpass anlegte, fragte ich sie vorsichtig an, wie viele Frauen sich denn gegen eine Schwangerschaft entscheiden würden. Sie meinte daraufhin nur: „Dafür müssten Sie jetzt in die Schweiz, für eine Abtreibung ist es 5 Tage zu spät!“ Ich war erleichtert diese Entscheidung nicht mehr treffen zu müssen, würde aber niemanden verurteilen, wenn er es doch tun würde. Viel erstaunlicher fand ich, dass ich es drei Monate lang nicht bemerkte. Ich war mir wohl zu sicher, war zu entspannt und leichtsinnig, steigerte mich nicht in die Sache hinein und ignorierte mögliche Anzeichen. Die tatsächlich wenige Tage nachdem ich es erfahren hatte auftraten.

Ungewollte Schwangerschaften passieren und laufen nicht anders ab als solche, die von vornherein geplant sind. Im Endeffekt gibt es nie den richtigen Moment für ein Kind und später ist man doch froh, dass man es hat.