Der Anstieg der Kaiserschnittrate hat mit Evolution zu tun

Der Anstieg der Kaiserschnittrate hat mit Evolution zu tun

Die Angst vor einer schweren Geburt und auch aus kosmetischer Sicht scheuen immer mehr Frauen den Weg einer Spontangeburt und entscheiden sich für den Kaiserschnitt. Sicherlich vermeiden noch heute viele Geburtskliniken und Geburtsstationen und Kreissäle den Weg des Kaiserschnitts, doch die Tendenz der Häufigkeit ist deutlich ansteigend. Unser Nachbarland Österreich liegt in Sachen Kaiserschnitt ganz weit vorne in Europa. Hier liegt die Quote bei rund 28 Prozent, in Island beispielsweise nur 14,8 Prozent.

Aber warum wir immer häufiger dieser aus gesundheitlicher Sicht weitaus gefährlicherer Weg und Eingriff gewählt, als der einer vaginalen Geburt eines Kindes? Währen die einen vorrangig die Verweichlichung einer heutigen Frau und ihrer Angst vor der schmerzhaften Spontangeburten sehen, behaupten Experten, dass die Evolution dazu beigetragen hat, dass eine vaginale Geburt immer schwieriger für eine Frau werden wird, weil sich ihre Körperform im Laufe der Evolution drastisch verändert hat und verändern wird.

Das Becken wird schmaler, der Geburtskanal immer enger

Nimmt man die Frau vor rund einhundert Jahren als Beispiel, hatte sie ein wesentlich breiteres Becken, als heute. Aber auch zu dieser und vorheriger Zeit war das Becken einer Frau nicht zwingend ideal für die reibungslose Geburt eines Kindes. Denn Fakt ist, dass die Primaten beispielsweise wesentlich kleiner waren und ihre Köpfe erst recht. Im Laufe der Entwicklung des Menschen und der Evolution entwickelte sich das Becken beim aufrecht laufenden Menschen zurück und wurde schmaler. Der Geburtskanal automatisch enger. Das Gehirn des heutigen Menschen ist soweit ausgeprägt und entwickelt, dass der Kopf demnach größer wurde, um eben Platz für das ausgeprägte Gehirn zu schaffen.

Aber eben genau dieser macht den Frauen und werdenden Müttern bei einer vaginalen Geburt richtig zu schaffen. Denn die heutige Frau ist schmal im Becken und wird zusehends immer schmaler. Sie läuft aufrecht und viel, wird größer und athletischer. Aber nimmt man die Statur der Frau schon vor etlichen Hundert Jahren und noch weiter davor, ist das weibliche Becken eigentlich eher der Schwachpunkt einer Frau, um ein Kind ohne große Schmerzen und Risiken ein Kind auf normalem Weg zu gebären. Denn schon damals wie heute gelingt es nicht, diese Tatsache ändern zu können, geschweige denn zu ignorieren. Es sei denn, man führt bei der Geburt einen Kaiserschnitt aus.

Einfacher aber nicht unbedingt ungefährlicher

Der Kaiserschnitt erfolgt heutzutage als Routineeingriff und wird schon oft zu Beginn einer Geburt teils erwünscht oder auch notwendig angesehen durchgeführt. Zumindest in kultivierten Ländern. In anderen Regionen ist die Frau bei der Geburt nach wie vor auf sich selbst gestellt und egal wie groß der Kopf ist und in welchem Missverhältnis das Kind im Geburtskanal feststeckt. Wir haben im Kreissaal unzählige Helfer wie Hebammen und Ärzte zur Hand, wenn es eng wird. Diese Frauen sind auf sich gestellt und in nicht wenigen Fällen sterben Frau und Kind bei dieser Tortour gleichzeitig. Der Kaiserschnitt mutiert zur regelmäßigen Geburtsmaßnahme des 21. Jahrhunderts und dennoch variiert die Häufigkeitsrate von Land zu Land sehr stark.

In Brasilien beispielsweise, bringt jede Frau ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, in Island, wo die Betreuung durch Hebammen intensiviert wurde, nur etwas über zehn Prozent der Frauen. In manchen Ländern ist der Kaiserschnitt die Standardentbindung in in anderen wird sie nur bei ausdrücklicher Notwendigkeit und meistens in letzter Sekunde durchgeführt. Welche Variante nun die richtige ist, wird weltweit sehr kontrovers diskutiert.

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